Kinder und Jugendliche sind nicht immer einfach zufriedenzustellen, das merken Eltern zu Hause fast täglich. Diese Herausforderung macht auch vor dem Schulessen nicht halt. Aber wann schmeckt es den Schülern? Hier entscheidet nicht allein der Geschmack der Speisen, sondern auch die Menü- und Küchenplanung, weiß Dipl. oec. troph. Anke Oepping von der Universität Paderborn: „Der Satz ‚Hier schmeckt's mir nicht!' drückt eine subjektive Unzufriedenheit mit dem Gesamtkonzept aus", erklärt die Ökotrophologin. Übersetzt bedeutet das also: „Hier fühle ich mich nicht gut aufgehoben".*
Schulmensa vs. Imbissbude
Das Gesamtkonzept zählt
Wichtiger als der Geschmack ist daher das Konzept, das den bisher präferierten Essstil der Schüler aufnimmt und eine Weiterentwicklung bietet. Die Werbung der Fastfoodketten macht uns vor, worauf wir dabei achten müssen: Was beschäftigt die Kinder und Jugendlichen? Was ist ihnen wichtig? Darauf muss sich auch die Schulmensa einstellen, wenn sie akzeptiert sein will. Ideen, wie eine Salatbar zum Selbstauswählen oder Koch-Events mit Gleichaltrigen, tragen den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen nach Selbstbestimmtheit und sozialen Kontakten zum Beispiel Rechnung.
Feste Regeln und Rahmenbedingungen sind dabei Grundvoraussetzung, denn sie bieten den Schülern Sicherheit im Umgang mit dem Essen und auch miteinander. In entspannter Atmosphäre mit pädagogischer Begleitung lernen sie so den Ausbau von Geschmackspräferenzen und bilden ihre Ernährungskompetenzen weiter aus. Auf diese Weise kann man die kritische Auseinandersetzung mit der Speisenauswahl, mit Fastfoodangeboten sowie der Werbung langsam aufbauen - und die entscheidet letztlich darüber, ob die Schüler in einer Imbissbude oder der Schulmensa Platz nehmen.
*Das vollständige Interview mit Anke Oepping finden Sie in der Zeitschrift Schulverpflegung (1/2009).

