TV-Koch Mario Kotaska im Interview mit meineschulmensa.
Diesen Mann haben Sie schon mal gesehen? Sehr gut möglich. Schließlich ist er einer der berühmtesten Köche Deutschlands. Mit viel Charme und Kunst kocht er in diversen TV-Shows. Seit 2003 ist er Küchenchef im „La Société" in Köln und trägt seit 2006 einen Michelin-Stern.
Mario Kotaska ist bekennender Perfektionist. Er arbeitet nach Plan, seine Rezepte sind ausgeklügelt, Chaos ist ihm zuwider. Und alles mit dem einen Ziel: gutem Essen.
Warum ist ein Verpflegungsangebot an Schulen so wichtig?
Leider finden viele Eltern heute immer weniger Zeit, sich um die Ernährung ihrer Kinder zu kümmern. Ich denke, es ist wichtig, eine Schule zu haben, die eine vernünftige Ernährung der Kinder unterstützt. Ganz wichtig ist natürlich dabei, dass man nicht auf die typischen Süßwarenriegel und -getränke zurückgreift, sondern wirklich versucht, sie an eine gesunde Ernährung heranzuführen. Zum Beispiel mit viel Obst, Mineralwasser und im Sommer auch mal einem ungesüßten Tee.
Welche Chancen bietet die Schulverpflegung - und was muss man dabei beachten?
Schulverpflegung ist ein echter Erziehungs- und Ernährungsauftrag. Man ist mit der Ernährung der Kinder betraut und damit muss man sehr verantwortungsvoll umgehen.
Was verstehen Sie unter einer kindgerechten Ernährung?
Man darf Kindern nicht einfach etwas vorsetzen. Dann schmeckt es ihnen nie. Man muss schon gucken, dass sie einbezogen werden in die Speiseplangestaltung. Und man sollte ihnen die Angst davor nehmen, etwas Neues zu probieren. Meistens heißt es doch: „Kenn' ich nicht. Mag ich nicht."
Welche Erfahrung haben Sie mit Kindern und Kochen gesammelt?
Kinder kochen gern. Sie verstehen auch schnell, welchen Zusammenhang es gibt zwischen dem, was man da zubereitet und dem, was sie essen. Beim Kochen sehen sie genau, was ins Essen reinkommt. Und das nimmt ihnen auch die Angst vorm Unbekannten.
Wie kann man Kindern gesunde Ernährung schmackhaft machen?
Ich habe noch nie erlebt, dass ein Kind, das selbst einen Salat mitgeschnipselt oder eine Soße gemacht hat, hinterher nicht wenigstens etwas davon probiert hätte. Und klar: Auch bei Kindern isst das Auge mit. Schön bunt, nicht zu große Portionen, mundgerechte Stücke. Das macht den Teller viel attraktiver.
Was erwarten Kinder Ihrer Meinung nach von einer Schulmensa?
Kinder sind anspruchsvolle Gäste. Sie sagen, wenn ihnen etwas nicht passt. Aber das ist ja auch gut: Man weiß gleich, was man vielleicht nächstes Mal anders machen könnte. Wenn mal ein Gericht nicht so gelungen ist - was auch dazugehört - kriegt man wenigstens eine Rückmeldung.